Care Dance beginnt dort, wo Bewegung schwerfällt

Neu im Angebot von Dance2bee ist Care Dance. Ein Kurs, der speziell für Menschen mit neurologischen Herausforderungen entwickelt wurde.

In diesem Artikel erzählt unsere Tanzlehrerin Fabienne Parrat, wie die Idee entstanden ist und warum ein einzelner Moment während einer Privatlektion alles ins Rollen brachte.

Care Dance Paartanz mit Fabienne Parrat in der Tanzschule Dance2bee
Care Dance mit Fabienne Parrat

Wie die Idee von Care Dance entstanden ist

Die Idee zu Care Dance entstand ganz unscheinbar. Während einer Privatlektion mit einem Paar, welches Walzer lernen wollte, fiel mir auf, dass der Mann Anzeichen von Parkinson hatte.

Seine Bewegungen waren klein und unsicher. Am Anfang fiel es ihm schwer, einfache Schritte umzusetzen, der Körper wirkte steif.

Im Laufe der Stunde geschah jedoch etwas Wunderbares: Mit der Musik, dem Rhythmus, den Wiederholungen und der Freude am gemeinsamen Tun wurden seine Schritte flüssiger und grösser.

Am Ende der Lektion strahlte das Paar über das ganze Gesicht. Dieser Moment – und ich darf sie noch heute begleiten – hat mich tief berührt.

Da spürte ich, dass ich meine Berufe als Pflegefachfrau, Rettungssanitäterin und Tanzlehrerin verbinden möchte. Mir wurde bewusst, wieviel Fachwissen vorhanden ist.

Mit verschiedenen zusätzlichen Kursen, wie „Tanzen für Senioren“ und „Boost your Brain“, viel Recherche in Fachliteratur und im Austausch mit Neurologen habe ich Care Dance ins Leben gerufen. 

Ich freue mich sehr, dass ich im Dance2bee die Möglichkeit bekomme, dieses Herzensprojekt zu verfolgen.

Was ist Care Dance

Care Dance ist ein Tanzkurs, dessen Lektionen speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit neurologischen Erkrankungen abgestimmt sind.

Leiden Sie oder ihre Partnerin/ihr Partner oder ein Familienmitglied an Demenz oder Parkinson? Haben Sie Bewegungseinschränkungen in einer Extremität?

Dann sind Sie hier genau richtig.

Mehrere Studien zeigen, dass Tanzen die Neuroplastizität fördert und somit die neuronale Vernetzung erweitert. Dadurch verbessert sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Tanzen dient zudem der Sturzprophylaxe, stärkt die Körperwahrnehmung und trainiert die Muskulatur. Die Stimmung hebt sich, was zu einer nachhaltig höheren Lebensqualität beiträgt.

Durch Rhythmus, Timing und Koordination wird die Kommunikation zwischen verschiedenen Hirnarealen angeregt.

Das wirkt sich positiv auf Alltagsfunktionen wie Bewegungskoordination, Motorik, Aufmerksamkeit und Gedächtnis aus.

Zusätzlich fördert Tanzen soziale Bindungen und wirkt motivierend auf das allgemeine Wohlbefinden.

Buchtipp

Wer sich noch etwas mehr einlesen möchte, dem möchte ich dieses Buch empfehlen:

Tanzen ist die beste Medizin von Julia F. Christensen und Dong-Seon Chang. 

Die beiden Autoren sind Neurowissenschaftler und Tänzer.